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Der zehnte Jahrestag

Da ist er nun, der zehnte Jahrestag. Zehn Jahre sind eine unglaublich lange Zeit, aber dennoch scheint sie schnell vergangen. Viel zu schnell. Es gibt immer noch diese zwei Herzensprojekte, die sich über die Jahre entwickelt haben und sich jetzt zügig dem Abschluss nähern:

Beide Projekte haben deshalb auch eigene Webseiten bekommen. Ich habe in den letzten Wochen ganz intensiv an der finalen Fassung des Darmkrebstagebuches gearbeitet. Hab es immer und immer wieder gelesen, und vieles verändert und ergänzt damit es in sich stimmig und rund wird. Eigentlich wollte ich es ja heute am Jahrestag final veröffentlichen, aber es wird jetzt erstmal sorgfältig und professionell von jemandem redigiert.

Durch die Arbeit an dem Buch ist mir diese Zeit wieder sehr präsent geworden, und alles was wir durchlebt haben. Mir ist noch einmal klar geworden, das der Tod ist ein wichtiges Ereignis in unserem Leben ist – wenn nicht gar das wichtigste Ereignis neben der Geburt. Das eine ist die Konsequenz des anderen. Der Tod beendet unsere Existenz. Das ist so trivial, dennoch lernen wir in unserer Gesellschaft nichts oder nur wenig darüber – schon gar nicht wie wir als Hinterbliebene damit umgehen. Er ist ein Tabuthema, und bleibt somit ein Mysterium für uns, etwas abstraktes, fernes, das uns glauben lässt wir sind nicht davon betroffen. Ein Sprichwort sagt »Wenn wir Leben ist der Tod nicht da«, unsere Gedanken bleiben meist frei davon.  Dabei bedeutet über den Tod zu reden, über das Leben zu reden. Wir könnten einiges für das eigene Leben lernen, um es bewusster zu gestalten. Wir könnten lernen mit anderem Leben achtsamer um zu gehen. Es bedeutet sich klar zu werden, was man will, wer und wie man sein will. Für mich hab ich folgenden Schluss daraus gezogen: Leben bedeutet zu lieben. Ich versuche jeden Tag die Welt im Kleinen ein wenig zu verändern und zu einem besseren Ort zu machen in dem ich an mir arbeite. Ich bin dabei nicht immer erfolgreich, aber ich bleibe dran.

Ich wünsche euch eine schöne Zeit – Carsten

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Der neunte Jahrestag

Ich stehe am Anfang… immer wieder. Eigentlich was gutes, nie fertig sein, immer auf dem Weg. Die 9 besagt eigentlich nur das bald der zehnte Jahrestag ist, und dann schau ich auf all die Dinge die ich schon längst erledigt haben wollte und die sich dennoch Monat für Monat vor mir her schieben. Neun Jahre sind eine lange Zeit. Ich habe das Gefühl das sich nichts bewegt, nichts entwickelt. Ich möchte die Dinge so gern fertig bekommen. Sie sind mir wichtig. Ich möchte nicht, das sie unfertig, unvollendet zurückbleiben. Klingt irgendwie pedantisch und kleinkariert. Ja – ich möchte sie auch hinter mir lassen damit ich endlich den Kopf frei bekomme, damit Platz für Neues entsteht.

Die Neun besagt das ich neun Jahre benötigt habe um die Dinge nicht fertig zu bekommen… das stimmt mich nachdenklich, bedrückt mich, macht mich ein auch ein wenig traurig. Natürlich habe ich viel bewegt in den Jahren… aber eben nicht diese Dinge… Man sagt immer »gut Ding will Weile haben«, und »alles wird sich fügen«… aber ich habe das Gefühl ich schiebe die Dinge so lange vor mir her, bis es vorbei ist. Irgendwann ist es vorbei… dann ist die letzte Chance vorüber, die letzte Tür geschlossen, das letzte Zeitfenster zu. Da frage ich  mich natürlich ob die Dinge dann wirklich so bedeutend für mich sind wie ich sie einschätze? Vielleicht sind sie gar nicht wichtig. Vielleicht irre ich mich. Vielleicht wollen sie deshalb nicht fertig werden? Ich fühle mich hilflos weil ich offensichtlich nicht in der Lage bin die Dinge fertig zu bekommen. So oft habe ich sie verändert, verworfen und neu aufgesetzt. Ich war ein paar mal knapp davor das Gefühl zu haben ich bin auf dem richtigen Weg. Aber ich täusche mich immer. Nie fügt es sich so das mein Gefühl sagt: »passt«. Irgend etwas fehlt mir, keine Ahnung was. Aber ich bin auf dem Weg. Und jetzt dürft ihr raten welche Dinge ich meine…

Ich wünsch euch viel Glück auf Eurem – Carsten
Ps. Vor ein paar Tagen erst habe ich auf meinem Fotografie-Blog einen auch für diesen Tag passenden Artikel über Clowns geschrieben. Wer mag schaut rein :-)

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Der 8. Jahrestag – Somniare

Dieses Jahr ist es das erste mal soweit. Nur noch vier Tage bis zum einundzwanzigsten, und ich sitze hier vor dem Bildschirm und mein Kopf ist leer. Ich hab keine Ahnung was ich schreiben soll. Alles scheint gesagt, geschrieben, gedacht, gefühlt. Wenn ich die Gedanken schweifen lasse lande ich automatisch bei den vergangenen 12 Monaten, und die waren recht angefüllt. Mit Reisen, mit tollen Menschen, mit vielen Fotografien. Vielleicht ist es genau das was wichtig ist. Seele und Körper knabbern aber nach wie vor an den Ereignissen. Das bleibt untrennbar mit mir verbunden. Die Wellen sind sanfter und in größeren Abständen, aber nach wie vor spürbar. Manche Tage sind extrem. Was mir auf den Keks geht sind bestimmte Gewohnheiten von denen ich mich nur schwer lösen kann. Zum Beispiel das ich all die Dinge nicht so flott umgesetzt bekomme wie ich mir das wünsche. Da darf ich noch an mir arbeiten :-)

somniare

Momentan entstehen Bilder in einem stetigen Strom. Ich drücke tatsächlich vieles was mit dem Sterben und dem Tod von Claudia im Zusammenhang steht unbewusst immer wieder durch diese Bilder aus. Das wird mir meist erst später klar, wenn ich mit einigem Abstand auf die Arbeiten schaue.

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Was passiert wenn man zwei Fotografen auf eine Insel schickt? Seht selbst:

Spiekeroog – zwei Fotografen, eine Insel, eine Mission! – Fotos folgen.

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Der 7. Jahrestag

Jahrestag… was gibt es zu berichten? Es ist wie immer eine besondere Zeit, und emotional schwierig ist sie auch. Ein Gefühlskuddelmuddel, aber das ist ja nix neues. Ich lass jetzt die kleinen, mittleren und großen Katastrophen mit denen dieses Jahr begonnen hat einfach mal weg. Nur so viel: Das verflixte siebente Jahr hat seinem Namen alle Ehre gemacht und sich voll ausgetobt. Ich sage einfach mal kurz und knapp DANKE das ich 25 Jahre mit der tollsten Frau der Welt zusammen sein durfte: Claudia. Wir werden einen großen Herzstein auf das Grab legen (danke Marion), und ein ähnlicher kleiner Herzstein (danke Andrea) kommt in die Erinnerungskiste. Was ich in den vergangenen Monaten noch besonders toll fand…

  1. Ich hab die tollsten Kinder der Welt – definitiv. Außerdem bin ich ihnen bisher selten peinlich – worüber ich sehr dankbar bin. :suspect: Bleibt immer schön „eigen.artig“.
  2. Ich hab die beklopptesten Freunde die es gibt. Danke das ihr da seid.
  3. Ich kann mich gar nicht genug über die tollen Menschen freuen die immer wieder durch die verschiedensten Anlässe in mein Leben treten und mich ein Stück begleiten. Dafür bin ich unendlich dankbar. Damit ist eigentlich alles gesagt, und alles andere eine Folge daraus  :thumb:

Die Gezeitenströme sind bald fertig, und dann (hoffentlich) auch flott als Buch erhältlich. Es wird ein quadratischer Bildband mit Gedanken, Gedichten und Geschichten. Das Darmkrebs Tagebuch überarbeite ich gerade auch und versuche daraus eine finale Version zu erstellen die dann auch als gedrucktes Buch und / oder eBook erscheinen wird.

Etwas stilles und nachdenkliches gibt es aber doch. Den Text und die dazugehörige Arbeit findet ihr aber auf meiner Fotoseite. Ich wünsch Euch allen eine schöne Zeit.

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