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Winter…

Momen­tan geht´s mir wie mit dem Som­mer­schluß­ver­kauf. Alles muss raus. Der Win­ter steht vor der Türe.

Und was is nu?

Mei­ne Kiki wird ster­ben. Das ist! Scho­ckiert? Wir haben uns das nicht aus­ge­sucht. Aber lei­der scheint Gott das von Anfang an mit ihr vor­ge­habt zu haben, und hat ihr nix davon gesagt — bis vor 30 Mona­ten. Frag mich nicht wie­so. FAP im 4. Sta­di­um, dazu seit neus­tem Meta­sta­sen in der Lun­ge, und eine Lebens­er­war­tung von 12 bis 15 Mona­ten. Die Sta­tis­ti­ker haben aber nicht mit ihrem Lebens­wil­len gerech­net. Nach neu­es­ten Erkennt­nis­sen geben die Ärz­te ihr noch 3–6 Mona­te. Scheiß was auf Sta­tis­ti­ken!

Verzweifelt?

In den lan­gen dämm­ri­gen Pha­sen schon (und davon gab´s bis­her ein paar, und wird´s noch ein paar geben). Wenn Du siehst wie sie von Monat zu Monat schwä­cher wird, tut das weh, wenn Du weist, das es nicht auf­zu­hal­ten ist. Nein, kei­ne Hei­lung, kei­ne Hoff­nung! War­um kapiert das kei­ner? Jedes mal wer­de ich danach gefragt, erklä­re ich es. Und jedes mal zer­reißt es mich. Kei­ne Hei­lung bedeu­tet unheil­bar. Der Tod kommt unauf­halt­sam, bald, und durch nix und nie­man­den auf­zu­hal­ten. Che­mo­the­ra­pi­en und Ope­ra­tio­nen (bis­her 2) geben nur einen klei­nen Auf­schub, ein klei­nes biss­chen Leben, mehr Qua­len — jede Woche neu. Und wenn die Dun­kel­heit dann lang­sam wie­der weg­geht, dann strahlt das Leben umso hel­ler. Bis zur nächs­ten Däm­me­rung.

Angst?

Und wie. Vor dem allein gelas­sen wer­den, oder ein­fach nur so — obwohl ich eine Men­ge lie­be Men­schen ken­ne, obwohl ich ein Figh­ter vor dem Herrn bin. Von Zeit zu Zeit geht mir der Arsch gehö­rig auf Grund­eis. Das größ­te Geschenk, das ich Ihr noch machen kann ist los zulas­sen. Bereit bin ich dazu noch nicht. Nenn es Lie­be, Ego­is­mus, oder Selbst­er­hal­tungs­trieb.

Hoffnung?

Alles was mich aus der Bahn wirft, bringt mich auf einen neu­en Weg.

Und nun?

Ich komm mir manch­mal vor wie im Film. Lie­be und Tod — die Zuta­ten für ein Dra­ma, ganz gro­ßes Kino. Nur bin ich nicht so mop­pe­lig wie Tom Hanks, und bekom­me auch kei­ne Mil­lio­nen Dol­lar fürs Dreh­buch. Aus­ge­sucht hab ich mir die Rol­le nicht. Sie hat mich aus­ge­sucht, und ich spie­le sie so gut ich kann. rein geschneit bin ich hier eigent­lich per Zufall, und hab mich nach ner Zeit ent­schlos­sen hier kurz zu ver­wei­len. Ich weiß momen­tan nicht so genau was ich hier suche — Mit­leid jeden­falls nicht. Bin ein bis­serl des ori­en­tiert. Viel­leicht suche ich auch ein­fach nur das Leben, ein paar net­te Leu­te, die damit umge­hen kön­nen, und mir nicht dau­ernd mit der Betrof­fen­heits­ma­sche kom­men. Ich weiß, es ist immer gut gemeint, und drückt aber trotz­dem nur irgend­wie die eige­ne Hilf­lo­sig­keit aus.

So, das war´s in aller Kür­ze. Wenn Du noch fra­gen hast zu dem The­ma, dann stel­le sie mir. Ich wer­de sie Dir viel­leicht bei einer Tas­se Tee, oder einem Glas Wein, oder einem Bier beant­wor­ten. Und dann lass mich ein­fach nur leben, bit­te…

Auch ver­öf­fent­licht unter: 15 Tage — Clau­di­as Darm­krebs Tage­buch

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Autor: Carsten Nichte

Hi. Ich bin Softwareentwickler, Kampfkunstlehrer, Fotograf, manchmal Autor und Betreiber dieses Blog. Hier dreht sich alles um Fotografie, Schreiben, die Kampfkunst WingTsun und den Rest meines Lebens. Ich wünsche dir viel Spaß, und auch besinnliche Momente auf meiner Webseite, und freue mich über jede Rückmeldung.

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