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Das Leben, und der ganze Rest…

Grenz­erfah­run­gen der schlim­men Art macht der Mensch ja an sich Gott sei dank nicht all zu häu­fig. Ich war ein­mal in der Höl­le und zurück, und es war wun­der­schön, ver­stö­rend, trau­rig.

Wenn Dei­ne gro­ße Lie­be stirbt, dann ist das was ande­res wie die Oma, oder der Hams­ter. Klar, da gibst´ auch viel Gefüh­le, Lie­be, oder eine gro­ße Erb­schaft.

Mei­ne Clau­dia habe ich beim ster­ben beglei­tet. Neun Tage lang, Tag und Nacht, schlaf­los, bis zum Ende. Ich habe ver­sucht sie in mich auf­zu­sau­gen. Buch­stäb­lich, jeden Augen­blick. Wenn jemand nicht ster­ben will, und Du nicht willst das er geht, dann ist das die Höl­le und der Him­mel zugleich. Ich habe noch nie in mei­nem Leben ein inten­si­ve­res Erleb­nis gehabt.

Jetzt ist es vor­bei. Ich bin befreit. Lache schon wie­der, und bin bereit mich neu zu ver­lie­ben, viel­leicht. Dabei ist die Beer­di­gung gera­de mal eine Woche her.
Viel­leicht lebt man sein Leben nach so einer Erfah­rung inten­si­ver. Mei­ne Clau­dia wer­de ich jeden­falls nie ver­ges­sen. Ich tra­ge sie für immer im Her­zen. Aber eben nicht wie eine Gal­li­ons­fi­gur vor mir her. Das Leben kommt immer nur von vor­ne, und da schaue ich auch hin.

Ich wün­sche Euch eine wun­der­ba­re Zeit. Folgt immer Eurem Stern!

Auch ver­öf­fent­licht unter: 15 Tage — Clau­di­as Darm­krebs Tage­buch

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Autor: Carsten Nichte

Hi. Ich bin Softwareentwickler, Kampfkunstlehrer, Fotograf, manchmal Autor und Betreiber dieses Blog. Hier dreht sich alles um Fotografie, Schreiben, die Kampfkunst WingTsun und den Rest meines Lebens. Ich wünsche dir viel Spaß, und auch besinnliche Momente auf meiner Webseite, und freue mich über jede Rückmeldung.

3 Kommentare

  1. Karin Harding

    29/12/2007 @ 18:41

    Sehr geehr­ter Herr Nich­te, ich habe mir jetzt zum wie­der­hol­ten Male Ihre Tage­buch für Clau­dia durch-gele­sen — bin immer noch beein­druckt von dem was Sie für Ihre Frau geschaf­fen haben: Ein wun­der­schö­nes Denk­mal auf das Ihre Frau Clau­dia sicher­lich sehr „stolz“ gewe­sen wäre. Ich schrei­be dies in „“, da sie sicher­lich noch stol­zer gewe­sen wäre, wenn der Kampf einen ande­ren für sie Bes­se­ren, Aus­gang genom­men hät­te.
    Ich wün­sche Ihnen und Ihrer Fami­lie ein gutes Neu­es Jahr in dem Sie die vor­an­ge­gan­ge­nen etwas auf­ar­bei­ten kön­nen. Alles Gute.
    Sie haben mir mit Ihrem Tage­buch gehol­fen die Trau­er um mei­nen Bru­der Hol­ger, der am 22.10.07 eben­falls an Krebs gestor­ben ist, in Wor­ten nach­le­sen zu kön­nen.
    Karin Har­ding

  2. Manuela Poettker

    05/04/2014 @ 20:51

    Hal­lo.…
    Ich bin sehr ergrif­fen von dei­ner Geschichte,es berührt mich so.….habe vor 4Wochen mei­nen Vater ver­lo­ren und auch ich habe ihn begleitet.….es tat so weh,zu sehen,dass er nicht ster­ben wollte.….und es tut so weh,diese Zeit ohne mei­nen Vater,Auch er war ein beson­de­rer Mensch..

    Aber dein „Tage­buch“ hat mir auch ein wenig geholfen.….Ich wün­sche dir alles Gute.….

    Manue­la

    • Dan­ke Manue­la. Jeder Mensch ist so ein­zig­ar­tig und so ist auch der Ver­lust. Ich wünsch dir alles Gute für die kom­men­de Zeit. — Cars­ten