Da die Trauer im allgemeinen in Wellen verläuft, habe ich mich darauf eingerichtet. Ich versuche in meinem Leben Glanzpunkte zu setzen. Sei es durch Sport, treffen mit Freunden, Unternehmungen mit den Kindern — und zwar ausschließlich nur dann, wenn ich es auch wirklich will.
Ich tu nur das was mir gut tut. Ich quäle mich nicht, lass mich zu nix zwingen, auch nicht für die Kinder. Wenn die etwas unternehmen wollen, und ich bin nicht in der Lage, dann springen wenn möglich Freunde ein. Meine Kids akzeptieren meinen Zustand aber auch so weit. Sie merken direkt, wenn ich nicht „gut drauf“ bin.
Soweit der Plan.
Ich bin Kampfkünstler, meine ganze hilflose Wut lasse ich beim Training — da müssen meine Trainingspartner dann leiden, und ich auch. Die machen das aber gerne, sind froh, wenn sie mir helfen können. Dabei, und danach bin ich für ein paar Stunden ein anderer Mensch. Ich kann mich dabei voll auf mich fokussieren. Das genieße ich dann. Bis ich später wieder in ein Loch falle.
Dieses Pendeln zwischen den extremen ist sehr anstrengend. Es zerreißt mich fasst. Aber dann fühle ich wenigstens das ich lebe, und das es sich vielleicht doch lohnt weiter zu machen.
Die Besuche am Grab bringen mir endlose Ruhe und Kraft. Das hätte ich vorher nicht gedacht.
Das ist derzeit mein Weg