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Treibsand

Das Leben ist schei­ße. Ich sag das jetzt ein­fach mal so daher, weil das momen­tan mei­nem Erle­ben und Emp­fin­den ent­spricht. Die Welt und die Men­schen erschei­nen mir mir kalt, gleich­gül­tig und unend­lich ober­fläch­lich gewor­den. Glatt­po­lier­te See­len, an denen alles ab perlt. Ich glau­be nicht, das sich die Welt um mich her­um ver­än­dert hat. Ich habe mich ver­än­dert.

Ich hab in den letz­ten Wochen gemerkt, das die gan­ze Welt auf der Suche nach ?wah­rer? Lie­be und dem per­fek­ten Part­ner ist. Aber nie­mand weiß schein­bar mehr was das wirk­lich ist, die Erwar­tun­gen an poten­ti­el­le Part­ner wer­den ein­fach immer höher geschraubt. Und des­halb suchen sie immer wei­ter. Auch wenn sie sie viel­leicht einen Schatz gefun­den haben. Hey, es könn­te ja irgend­wo noch ein Grö­ße­rer her­um­lau­fen. Und ich, ich hab mei­nen größ­ten Schatz an den Tod ver­lo­ren, ein­fach so. Jetzt steh ich auf dem Gip­fel, und seh den Weg nicht mehr.

Ich mag das Sin­gle­le­ben irgend­wie nicht. Hab kei­ne Kraft mich auf eine Suche zu machen, weil ich füh­le, das es das, was ich suche auf die­ser Welt nicht mehr gibt. Und wenn es das gibt, dann wer­de ich es unter den mil­li­ar­den Men­schen bis zu mei­nem Lebens­en­de nicht fin­den. Die Sehn­sucht danach ist unbe­schreib­lich groß. Ich will das Gefühl ein­fach wie­der haben. Das ist wie bei einem Dro­gen­ab­hän­gi­gen. Ich bin auf Ent­zug, und klar den­ken kann ich da schon gar nicht mehr, und bes­ser wird es auch nicht. Und es schmerzt, schmerzt, schmerzt.

Ich ste­cke bis zur Nasen­spit­ze im Treib­sand, eine end­lo­se Flä­che. Ganz weit ent­fernt, auf fel­si­gem Unter­grund ein paar Gestal­ten. Freun­de, Bekann­te, Ver­wand­te, Frem­de, zu weit weg um mir die Hand zu rei­chen. Sie rufen Dir zu: ‘Hey! Du schaffst das schon, musst nur kämp­fen!’ Und so fan­ge ich an mich zu bewe­gen, und um mein Leben zu stram­peln…

Das Leben ist schei­ße, sag­te ich das schon?

Ihr dürft mich ger­ne wie­der­le­gen…

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Autor: Carsten Nichte

Hi. Ich bin Softwareentwickler, Kampfkunstlehrer, Fotograf, manchmal Autor und Betreiber dieses Blog. Hier dreht sich alles um Fotografie, Schreiben, die Kampfkunst WingTsun und den Rest meines Lebens. Ich wünsche dir viel Spaß, und auch besinnliche Momente auf meiner Webseite, und freue mich über jede Rückmeldung.

1 Kommentar

  1. Guten Abend Herr Nich­te, dies ist viel­leicht sehr mutig und ich hof­fe, dass Ihnen dies auch ein wenig in Ihrer sehr schwe­ren der­zei­ti­gen see­li­schen Not hilft, denn wenn wenn von ganz aus­sen mit­ge­fühlt, sich geküm­mert bzw. auch gera­ten wird, hilft es Ihnen wie­der ein ganz klein wenig aus die­sem Loch raus. Ihre Sei­ten und Ihr Tage­buch sind unbe­schreib­lich schön und beein­dru­ckend, es macht Hoff­nung — obwohl Sie es per­sön­lich gar nicht so emp­fin­den — es macht froh — obwohl Sie es gar nicht spü­ren wer­den — es macht Mut — auch wenn der Sie zur Zeit ver­las­sen hat — Sie haben Glück die­ses Leben zu einem wich­ti­gen Zeit­punkt — mit Ihrer Lie­be, Ihrer Clau­dia genies­sen zu kön­nen, Sie haben das gro­ße Glück Kin­der zu haben und die sind ein Teil von Clau­dia, den nie­mand Ihnen mehr neh­men kann, die Ihre Situa­ti­on eben­falls meis­tern müs­sen und durch Sie und Ihre Kraft stark wer­den. Glau­ben Sie mir bit­te, dass die Welt Sie um die­ses Geschenk benei­det. Das Leben ist eben für Sie und die Kin­der aus die­ser Lie­be zu Clau­dia immer — und jeden Tag auf´s Neue lebens­wert. Sie fin­den Ihren — die­sen neu­en Weg — ganz sicher bald.