Ich fühle mich momentan als Grenzgänger zwischen der Welt der Trauernden und der „normal“ Lebenden. Ich merke, das es mit der Rückkehr nicht so schnell geht, und das die Trauer wahrscheinlich nie vergeht, sondern mit der Zeit erträglich wird, oder von der Welt der „normal“ Lebenden überdeckt wird.
Konkrete Selbstmordgedanken hatte ich bisher zwei mal. Das geschieht aus einem Moment tiefster Trauer und Verzweiflung heraus, ganz impulsiv. Und nur etwas in mir drin, das stärker ist als diese Gefühle hat mich letztlich immer abgehalten in diesen Minuten den letzten Schritt zu machen. Das war das schlimmste Gefühlschaos das ich je erlebt habe. Gründe? Einfach nicht mehr so leben, und diese Schmerzen nicht mehr aushalten zu wollen. Diese unendliche Müdigkeit, einfach nicht mehr traurig sein zu wollen. Der Wunsch dieses Gefühl zu töten, das einem jede Möglichkeit nimmt zu leben. Den Schmerz, das mein Schatz nicht bei mir ist, einfach nicht mehr aushalten zu wollen. Die Erinnerungen, die einen einfach überrennen. Ich war in diesen Augenblicken so müde, und wollte nur noch bei meiner Liebsten sein und neben ihr schlafen.
Aber auf der anderen Seite bin ich auch ein Kämpfer. Ich glaube, will einfach glauben, das ich eine Zukunft habe, auch wenn ich sie momentan nicht sehen. Meine Frau wurde um ihr Leben betrogen. Ich lasse nicht zu, das mir das gleiche passiert.
Letztlich ist es doch so: Mein altes Leben ist mit meiner Liebsten gestorben. Das Leben wie es jetzt ist will ich nicht. Also blicke ich nach vorne, und hoffe das ich die Leichtigkeit im Leben wiederfinde.