Ich denke oft darüber nach was, und wie ich mich bei den Schockmomenten und in der Zeit danach gefühlt habe. Das ist mal ein Versuch meine Gefühle nach der Diagnose und nach Deinem Tod in Worte zu fassen.
Das Leben Spiel sich normaler weise unter der Wasseroberfläche ab. Nach der Diagnose bin ich an die Wasseroberfläche eines endlosen, stillen Ozeans gespült worden. Ein ziellos umher treibendes Stück Holz, ohne eigenen Antrieb. So treibe ich einsam auf dem Rücken, den Blick in den Himmel gerichtet. Das Leben ist verschwunden Manchmal dringen von unterhalb der Wasseroberfläche gedämpft Worte an mein Ohr, aber sie haben keine Bedeutung. Wenn ich den Kopf kurz unter Wasser nehme, dann sehe ich Menschen. Aber sie interessieren mich nicht. Es ist wichtiger in den Himmel zu schauen.
Zunächst ist der Himmel über mir leer, und grau. Dann, nach einiger Zeit, ziehen langsam Wolken vorbei. Erst nur wenige, aber dann werden es immer mehr Die Sonne scheint und der Himmel färbt sich strahlend blau. Die Wolken tragen Erinnerungen. Immer wieder zwischendurch zieht mich ein unbeschreiblicher Sog in die schwärzesten Tiefen der See, und spucken mich irgendwann wieder aus. Manchmal bleibt mir die Luft weg. Ich drohe zu ersticken. Dann muss ich um mein Leben schwimmen, um die Oberfläche wieder zu erreichen.