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Treibholz

Ich denke oft dar­über nach was, und wie ich mich bei den Scho­ck­mo­men­ten und in der Zeit danach gefühlt habe. Das ist mal ein Ver­such meine Gefühle nach der Dia­gnose und nach Dei­nem Tod in Worte zu fassen.

Das Leben Spiel sich nor­ma­ler weise unter der Was­ser­ober­flä­che ab. Nach der Dia­gnose bin ich an die Was­ser­ober­flä­che eines end­lo­sen, stil­len Oze­ans gespült wor­den. Ein ziel­los umher trei­ben­des Stück Holz, ohne eige­nen Antrieb. So treibe ich ein­sam auf dem Rücken, den Blick in den Him­mel gerich­tet. Das Leben ist ver­schwun­den Manch­mal drin­gen von unter­halb der Was­ser­ober­flä­che gedämpft Worte an mein Ohr, aber sie haben keine Bedeu­tung. Wenn ich den Kopf kurz unter Was­ser nehme, dann sehe ich Men­schen. Aber sie inter­es­sie­ren mich nicht. Es ist wich­ti­ger in den Him­mel zu schauen.

Zunächst ist der Him­mel über mir leer, und grau. Dann, nach eini­ger Zeit, zie­hen lang­sam Wol­ken vor­bei. Erst nur wenige, aber dann wer­den es immer mehr Die Sonne scheint und der Him­mel färbt sich strah­lend blau. Die Wol­ken tra­gen Erin­ne­run­gen. Immer wie­der zwi­schen­durch zieht mich ein unbe­schreib­li­cher Sog in die schwär­zes­ten Tie­fen der See, und spu­cken mich irgend­wann wie­der aus. Manch­mal bleibt mir die Luft weg. Ich drohe zu ersti­cken. Dann muss ich um mein Leben schwim­men, um die Ober­flä­che wie­der zu erreichen.

Autor: Carsten Nichte

Hi. Ich bin Softwareentwickler, Kampfkunstlehrer, Fotograf und Betreiber dieses Blog. Hier dreht sich alles um die Kampfkunst WingTsun, Fotografie und den Rest meines Lebens. Ich wünsche dir viel Spaß, und auch besinnliche Momente auf meiner Webseite, und freue mich über jede Rückmeldung.

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