Du lebst deine Trauer auch heute, nach über zwei Jahren, noch sehr intensiv. Ist es nicht Zeit loszulassen… oder loslassen zu üben, bevor Depressionen dein ständiger Begleiter werden?
Es ist nicht so wie es scheint. Loslassen, bzw. „loslassen üben“ brauche ich nicht, das habe ich schon lange hinter mir gelassen. Alles was ich heute noch mache hat viel mehr mit Erinnern zu tun. Das passiert aber nicht permanent — wie es oft scheint, sondern nur zu ganz bestimmten Zeiten. Ich finde, sie hat es verdient das an sie erinnert wird, und ich gebe ihr diesen Raum.
Depressionen habe ich nicht, traurige Momente hingegen schon. Die lasse ich mir aber auch nicht nehmen, denn sie gehören zum leben. An „Trauerstandards“ halte ich mich auch nicht, und Trauer ist für mich auch keine Krankheit, und auch keine Depression… leider ist das eine weit verbreitete Meinung, und es wird einfach zu wenig Zeit dafür eingeräumt, bzw. ruck zuck medikamentös behandelt. Funktionieren hat in unserer Gesellschaft oberste Priorität.
Ich folge meinem lebendigen Gefühl… Und mein Leben hat es ganz schön in sich, ist alles andere als „normal“, routine und langweilig. Neue tolle Beziehungserfahrungen habe ich auch schon ein paar sammeln dürfen
Ich bleibe gespannt auf das Leben
Auch das ist eine oft gestellte Frage.