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Zeiten ändern sich, Zeiten ändern dich…

Jetzt bin ich auf mei­ner Reise wie­der an die­sem Punkt ange­kom­men. Drei Jahre ist es nun her, das mich das Schick­sal so schmerz­haft von dir getrennt hat. Die Zei­ten haben mich ver­än­dert, aber ich habe im Laufe die­ser Zeit — vor allem in den letz­ten paar Mona­ten — auch ein paar Dinge bewusst gelernt, und sehr bewusst in mein Leben inte­griert. Es sind ganz Schlichte, und ein­fa­che Wahr­hei­ten: Nichts ist von Dauer. Leben bedeu­tet Ver­än­de­rung. Wir alle müs­sen ster­ben, aber nie­mand weiß, wann er gehen muss. Jeder Tag ist im Grunde wie ein neues Leben. Das zu wis­sen, und nicht zu ver­drän­gen, son­dern zu akzep­tie­ren, hilft mir mein Leben sehr bewusst zu gestal­ten, und vie­les ein­fach los zu las­sen. So hat im Laufe der Zeit der Tod eini­ges an Schre­cken für mich ver­lo­ren. Ich bin wesent­lich gelas­se­ner dem Leben gegen­über gewor­den. Auch meine Zeit ist begrenzt, und so stelle ich mir die Fra­gen: Was ist (mir) wich­tig? Wer will ich sein? Wohin will ich?

Ver­än­de­rung war irgendwo schon immer ein Teil mei­nes Lebens, genau so wie ein Leben ohne gefühl­tes Netz und dop­pel­ten Boden, nicht zu wis­sen was die Zukunft bringt. Da hat mich unter ande­rem meine, über einen län­ge­ren Zeit­raum andau­ernde, beruf­lich unsi­chere Situa­tion geprägt. Das hat mir nie Angst gemacht, oder mich ver­un­si­chert. Aber durch deine Krank­heit, dein Ster­ben, und dei­nen Tod hat das alles eine andere Dimen­sion bekommen.

Jemand hat vor ein paar Mona­ten zu mei­nem Sohn gesagt, ich sei ein Pfad­fin­der. Ich würde immer einen Weg fin­den. Er hätte keine Angst sich mit mir in einer unbe­kann­ten Wüste zu ver­ir­ren, denn er wüsste, das ich ihn wie­der her­aus­füh­ren würde. Ich fand das recht bemer­kens­wert, da mich die­ser Mensch im Grunde kaum kannte… wohl aber über viel Ein­füh­lungs­ver­mö­gen, und eine große Men­schen­kennt­nis ver­fügte. Denn irgendwo hat er recht damit, auch wenn ich mich nie so gese­hen habe.

Ich habe vor kur­zer Zeit ein klei­nes Gedicht mit dem Titel „Wenn ich falle“ geschrie­ben, und in mei­nem Büch­lein Gezei­ten­stöme ver­öf­fent­licht. Es kam mir ein­fach so in den Sinn, als ich das Musik­stück Moon von Gabriela Robin hörte. Und jetzt zum Jah­res­tag habe ich ein Video dazu geschnit­ten. Es beschreibt diese Gefühle, die ich immer wie­der habe: Dich gehen zu las­sen, und end­los zu ver­mis­sen, und wie wird es sein, wenn ich sel­ber gehe…

Das Video dazu: http://www.youtube.com/watch?v=TSa0Via-aL8

Autor: Carsten Nichte

Hi. Ich bin Softwareentwickler, Kampfkunstlehrer, Fotograf und Betreiber dieses Blog. Hier dreht sich alles um die Kampfkunst WingTsun, Fotografie und den Rest meines Lebens. Ich wünsche dir viel Spaß, und auch besinnliche Momente auf meiner Webseite, und freue mich über jede Rückmeldung.

1 Kommentar

  1. Nach­dem ich jetzt auch das Tage­buch größ­ten­teils gele­sen habe (teil­weise hat es mich Über­win­dung gekos­tet) konnte ich für mich feststellen/fühlen das Ster­be­be­glei­tung für empha­ti­sche Men­schen (natür­lich auch für andere nicht leich­ter) beson­ders hart und schwer ist — wenn auch sehr wich­tig und trotz­dem selbstverständlich…

    Nach­dem ich bereits eine gute Stunde gele­sen habe hatte ich Angst und einen dicken Kloß im Hals und flüch­tete erstmal…

    Nach einer Weile nahm ich das Lesen wie­der auf und nahm das wohl schwerste Kapi­tel in Angriff und ich weiß nicht wie ich es sagen soll das man mich nicht falsch versteht…ich habe mich in jeder ein­zel­nen Zeile die­ser 15 Tage wie­der­ge­fun­den in all´diesen Gefüh­len auf bei­den Sei­ten… die­ser Hilf­lo­sig­keit, die­ser Ohmacht, die­ser Trauer, des Schmer­zes, der klei­nen Wut, der Angst, der Hoff­nung und der Liebe…

    Ich fühlte mich (ich habe mei­nen Vater beglei­tet als er starb bis zur letz­ten Minute) als wäre ich an ihrem Bett geses­sen, da es so genau beschrieb´was ich bes­ser wir als Fami­lie erlebt hat­ten und fühlten.

    Auch wenn es hart war, aber ich bin dank­bar dabei gewe­sen zu sein und ich bin dank­bar für Ihre Texte…, denn ich heulte danach ziem­lich hem­mungs­los und ließ es lau­fen — das war drin­gend nötig!

    Jetzt fühle ich mich befrei­ter und besser!

    Ver­schwin­den wird es wohl nie ganz — wie auch wenn es Men­schen sind die man liebte bzw. ja immer noch liebt, aber ich denke es wird leichter.

    Ich wün­sche Ihnen und Ihren Söh­nen das Beste!

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