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Carsten fotografiert, Teil 3: Mit was?

Hmm, im wesent­li­chen benut­ze ich mei­ne Augen, mei­nen Kopf und mei­nen Bauch fürs foto­gra­fie­ren. Aber das ist natür­lich nicht alles. Mit der Zeit hat sich so eini­ges ange­sam­melt. Aber mal der Rei­he nach…

Klamotten

Wenn ich foto­gra­fie­re, ren­ne ich immer in recht abge­wetz­ten Kla­mot­ten rum, die auch ger­ne dre­ckig wer­den dür­fen. Für eine unge­wöhn­li­che Per­spek­ti­ve ist auch schon mal vol­ler Kör­per­ein­satz gefragt, und ich quet­sche mich in Ecken, wäl­ze mich auf dem Boden her­um, oder klet­te­re in schwin­del­erre­gen­de Höhen. Wenn ich bei wenig Licht in engen Räu­men unter­wegs bin, dann hab ich dunk­le gedeck­te Kla­mot­ten an, um nicht unge­wollt als Reflek­tor oder Auf­hel­ler zu fun­gie­ren, und hel­le, falls das so sein soll­te. Wenn ich drau­ßen unter­wegs bin hab ich ne olle Müt­ze auf, oder einen Schirm dabei.

Equipment

Das ist eigent­lich ein ganz unwich­ti­ger Teil ;-) …ich ken­ne Men­schen, die haben eine Mit­tel­klas­se- oder Ein­stei­ger­ka­me­ra, eine licht­star­ke Fest­brenn­wei­te, einen Reflek­tor und ne gro­ße blaue Ikea Ein­kaufs­tü­te und machen damit ganz außer­ge­wöhn­li­che Fotos. Die wür­den selbst mit einer Bil­lig­knip­se im Han­dy tol­le Fotos hin­be­kom­men. Das ist im Grun­de auch mein Ansatz: Weni­ger ist mehr.

Was ich habe, ist eine bequem zu tra­gen­de Foto­tasche, in der alles wich­ti­ge mög­lichst kom­pakt ver­staut ist. Dar­in befin­det sich alles was ich zum foto­gra­fie­ren brau­che.

  • 1 Digi­ta­le Spie­gel­re­flex­ka­me­ra
  • 5 Objek­ti­ve die den Bereich von 8 bis 200mm Brenn­wei­te (16 — 400 KB) abde­cken.
    8mm (1:3.5),  12–60 (1:2.8–4.0), 50mm  (1:2.0), 35–100 (1:2.0), 50–200 (1:2.8 — 3.5) …von denen mich meist ein bis zwei je nach Ein­satz­zweck beglei­ten.
  • 1 klei­nen Reflek­tor zum auf­hel­len
  • 1 Foto­tasche (Akkus, Visi­ten­kar­ten, Notiz­block, Stift, Spei­cher­kar­ten, Putz­tuch, Grau­kar­te / Farb­kar­te, Objek­tiv­kap­pen, Gegen­licht­blen­den, Fil­ter)
Zusätz­lich habe ich noch ein paar Din­ge die ich nur in Son­der­fäl­len benut­ze:
  • Remo­te­fä­hi­ger Blitz mit Leit­zahl 50
  • Sta­bi­les Sta­tiv
  • Klei­ne Zube­hör­ta­sche (Lade­ge­rä­te, Akkus, Kar­ten­le­ser, etc)

Für den Fall das mir das gan­ze Geraf­fel zu schwer oder zu sper­rig ist hab ich noch eine klei­ne unauf­fäl­li­ge spie­gel­lo­se Sys­tem­ka­me­ra mit zwei Fest­brenn­wei­ten (45mm 1:8, 12mm 1:2.0), zum Bei­spiel für „eben mal so“, oder Street­fo­to­gra­fie, oder wenn das Geklap­per des Spie­gels stö­rend ist.

Ansons­ten ver­su­che ich Tech­nik Dis­kus­sio­nen in der Foto­gra­fie aus dem Weg zu gehen, weil die mich ein­fach ermü­den.

Workflow

Obwohl ja schon ein gan­zer Teil der digi­ta­len Bild­ver­ar­bei­tung in der Kame­ra erle­digt wird, und ich ein gro­ßer Freund von „Out of the Cam“ bin, durch­lau­fen auch mei­ne Fotos einen Work­flow, für die­sen benö­ti­ge ich im Wesent­li­che die zwei L:

  • Lap­top
  • Ligh­troom

Das ers­te was ich mache wenn ich die Fotos von der Kame­ra auf den Rech­ner über­tra­gen habe: Ich sor­tie­re sie dem ers­ten schnel­len Ein­druck ent­spre­chend vor, und benut­ze dazu die Ligh­troom Flags:

  • Wei­ße Flag­ge: Foto ist auf jeden Fall drin.
  • kei­ne Flag­ge: Weiß noch nicht.
  • gekreuz­te Flag­ge: Drau­ßen, … zur Löschung vor­ge­merkt

Fotos die mir so gut gefal­len, das sie zum „Kun­den“ raus gehen könn­ten bekom­men schon mal einen Stern. Fotos, die in grö­ße­rem Maße nach­be­ar­bei­tet wer­den müs­sen, bekom­men erst­mal eine blaue Mar­kie­rung (ändert sich spä­ter in gelb), oder kom­men in die Schnell­samm­lung. Zusätz­lich ver­ge­be ich Stich­wör­ter, nach einer ganz bestimm­ten Struk­tur (Down­load der Datei).

  • Rote Mar­kie­rung: Foto das der Kun­de abge­lehnt hat.
  • Gel­be Mar­kie­rung: Foto das der Kun­de gewählt hat, aber das noch bear­bei­tet wer­den muss (meist zusätz­lich vir­tu­el­le Kopie)
  • Grü­ne Mar­kie­rung: Foto das der Kun­de gewählt hat.

Jetzt kann ich schon mal Fil­tern, und sehe nur noch die Fotos, die mehr oder weni­ger bear­bei­tet wer­den müs­sen. Im nächs­ten Schritt beschei­de ich, und kor­ri­gie­re in meh­re­ren Durch­läu­fen, die sich schon mal über meh­re­re Tage erstre­cken kön­nen alle mög­li­chen Para­me­ter, die sin­nig erschei­nen. Dazu ver­wen­de ich inten­siv vir­tu­el­le Kopi­en. Bei jedem Durch­lauf ent­schei­de ich auch wie­der über Stern und Flag­ge. Ein Foto das mir beson­ders gut gefällt, darf sich über zwei Ster­ne freu­en, und wenn es das Stich­wort „Gale­rie“ bekommt, ist es was ganz beson­de­res für mich.

Kalibrierung & Profilierung der Ausgabegeräte

Das Kali­brie­ren & Pro­fi­lie­ren von Bild­schirm und Dru­cker, die Ver­wen­dung von Farb­pro­ofs exter­ner Dienst­leis­ter, die Benut­zung ver­schie­de­ner Far­b­räu­me, das sind hoch­kom­pli­zier­te Gebie­te für sich, in die ich mich auch erst ganz lang­sam vor­wa­ge. Es geht bis zu einem gewis­sen Punkt auch ohne die­ses Wis­sen, aber mitt­ler­wei­le spü­re ich immer öfter das ich mich damit aus­ein­an­der­set­zen muss.

Backup Szenario

Im Zeit­al­ter der flüch­ti­gen Digi­ta­len Spei­cher ist eine fort­lau­fen­de Daten­si­che­rung lebens­wich­tig. Mit den Jah­ren sam­meln sich tau­sen­de bear­bei­te­te Fotos an, und es ist ne Kata­stro­phe wenn die­se Daten ver­lo­ren gehen wür­den. Grün­de für einen Ver­lust der Daten gibt es vie­le, aber am wich­tigs­ten — weil ich schon sel­ber mehr­fach davon betrof­fen war — sind Hard­ware-Defek­te. Ich siche­re fol­gen­der maßen:

  • Loka­les Back­up der Ligh­troom Daten­bank
  • File­ser­ver mit Raid 1 über Time-Machi­ne
  • USB-Fest­plat­te über Chro­no­Sync
  • Foto­buch (Jahr­buch mit dem „Best-off“)

Fotos drucken

Dru­cke bis A4 mache ich auf dem hei­mi­schen Tin­ten­dru­cker. Alles was dar­über hin­aus geht las­se ich dru­cken. Mei­ne Anlauf­stel­le für Druckerzeug­nis­se aller Art ist www.flyerpilot.de, und www.flyer24.de für Fly­er und Visi­ten­kar­ten und ande­re Druckerzeug­nis­se. Foto­bü­cher las­se ich momen­tan üder den in iPho­to inte­grier­ten Dienst, oder bei www.blurb.de her­stel­len. Hoch­wer­ti­ge Abzü­ge von Foto­gra­fi­en zum Bei­spiel für Aus­stel­lun­gen las­se ich bei www.theprintspace.de und ande­ren Anbie­tern anfer­ti­gen.

Weitere Artikel der Serie

  1. Cars­ten foto­gra­fiert, Teil 1: War­um?
  2. Cars­ten foto­gra­fiert, Teil 2: Wie?
  3. Cars­ten foto­gra­fiert, Teil 3: Mit was?

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Autor: Carsten Nichte

Hi. Ich bin Softwareentwickler, Kampfkunstlehrer, Fotograf, manchmal Autor und Betreiber dieses Blog. Hier dreht sich alles um Fotografie, Schreiben, die Kampfkunst WingTsun und den Rest meines Lebens. Ich wünsche dir viel Spaß, und auch besinnliche Momente auf meiner Webseite, und freue mich über jede Rückmeldung.

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