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Der 5. Jahrestag – Beziehungskisten und so…

So beständig wie die Erde um die Sonne kreist kommt diese Zeit im Kalender wieder: Der Jahrestag. Heute ist es der fünfte um genau zu sein, und das ist (mal wieder) ein guter Zeitpunkt für eine kleine Reflexion.

Nach dem letzten Jahrestag beschlich mich der Gedanke, das es wohl im kommenden Jahr nichts mehr zu schreiben gäbe, aber irgendwie ergeben sich die Themen auch dieses Jahr wie von selbst. Aber mal im Einzelnen:

Mein Leben an sich…

Fünf Jahre sind ein lange Zeit, aber immer um diese Zeit kommt es mir so vor als sei das alles erst gestern passiert. Es gab lange Phasen, vor allem in den vergangenen 12 Monaten, da bist du nicht mehr durch meine Gedanken gewandert – ein Zeichen das die „Normalität“ wieder Einzug gehalten hat. Aber dennoch bleibt alles anders, und das finde ich gut.

Die Gefühle am Jahrestag verändern sich mit jedem Jahr. Der extreme Schmerz aus der ersten Zeit ist gegangen, und es ist eher Melancholie oder Schwermut die sich dann in mir ausbreitet, aber im Grunde genieße ich diese Stille und den Zustand in mir auch, denn es zeigt das etwas wichtiges und wertvolles passiert ist, und immer noch passiert. In dieser Zeit habe ich ja auch Geburtstag, und so fällt seit diesen Tagen die Feier bisher aus. Letzes Jahr war ich Ende Juli eigentlich in Feierlaune, aber als es dann in die letzten Tage ging war es damit doch vorbei. Mal sehen was dieses Jahr passiert.

Die Vergangenheit ist ja unwiederbringlich vorbei. Wenn die Dinge nicht so gekommen wären wie sie nun mal gekommen sind wäre mein Leben heute komplett anders, ich wäre heute anders… Heute habe ich also dieses „andere neue, tolle Leben“, und ich bin glücklich und dankbar das ich es so leben darf – und auch darüber wie es mich und mein Umfeld verändert hat. Das alles hat einen unvorstellbar hohen Preis gehabt aber ich denke, heute bin ich so ungefähr dort wo sie mich nach ihrem Wunsch gesehen hat. Noch nicht ganz, denn eine neue Verbindung hat sich noch nicht ergeben, das hat sie sich sehr für mich gewünscht – und das mein Leben „so“ sein wird, hatte auch niemand von uns auf dem Plan – aber so ist das Leben genau wie es sein sollte. Ich fühle mich auch als Single glücklich und rund :-) Der Rest, die Erinnerung, der Schmerz und dieser unglaublich abgrundtiefe Riss in der Seele bleibt sowieso immer ein Teil von mir.

Spirituell, oder was?

Jemand hat mich gefragt, ob ich spirituell (an mir und meinen Problemen) arbeite… nein ich arbeite nicht spirituell, hab ich geantwortet. Ich bin schlicht und ergreifend spirituell… aber nicht esoterisch, wohlgemerkt! :-) Das ich mich danach auf meiner spirituellen Reise befinde musste mir aber jemand sagen, alleine hätte ich mich nicht in diese Schublade gelegt. Für mich war das ein ganz natürlicher und selbstverständlicher Vorgang, ausgelöst durch das traumatische Erlebniss. Der vielsagende und unglaublich hippe Begriff „spirituell“ sollte aber mit Bedeutung gefüllt werden: Für mich bedeutet spirituell sein nicht weniger als authentisch sein, und pfleglich und aufmerksam mit der eigenen Seele und dem eigenen und Körper umzugehen… und ebenso mit anderen Menschen – was nicht zwangsläufig bedeutet deren Erwartungen zu erfüllen. Kann sein, das dies alles nicht immer gelingt – das ist auch nicht zu erwarten, aber der Weg ist das Ziel, und das sorgt für die positive Grundstimmung. Und es bedeutet los zu lassen, und auf dem Weg zu sein… und das bin ich definitiv :-D Es bedeutet in sich hinein zu lauschen, immer öfter seiner Intuition zu vertrauen und zu folgen, und all den Dingen die innen (und aussen) passieren eine positive Bedeutung zu geben… und die Dinge als Chance für Veränderungen zu begreifen. Es bedeutet für mich als Surfer auf den Wellen des Lebens unterwegs zu sein. So ungefähr und noch mehr :-D …Ja, und irgendwie bin ich auch immer mal wieder auf der Suche nach der Antwort auf die große Frage: „Was soll das alles“? … also, das Leben, das Universum und der ganze Rest. Aber das ist eine andere Geschichte.

Viel aktueller sind meiner Erkenntnisse im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen. Es hat ne Weile gedauert, bis mir gedämmert ist was mit mir und der Frauenwelt los ist. Also werfen wir mal gemeinsam einen kurzen Blick in meine…

Beziehungskisten

Ich fühle mich seit mehr als drei Jahren wieder offen für ne Beziehung, aber irgendwie hab ich das Gefühl einen Stempel auf der Stirn zu haben, wo draufsteht „der nicht!“. Über die 5 Jahre hinweg hab ich ne Menge unterschiedlicher Singlebörsen durch – allein darüber könnte ich ein Buch schreiben, den Freundeskreis, war viel Unterwegs hab viele neue Kontakte geknüpft, und auch sämtliche anderen Kontaktmöglichkeiten, wie Parties, Feiern etc. abgeklappert – gefühlte 1000 erste Dates hab ich gehabt, und die waren alle wertvolle, wichtige Erfahrungen für die ich sehr dankbar bin. …Die Gründe warum es nicht klappt sind vielschichtig, und zum Teil so oberflächlich. Manch eine verortet auch eine Schwere in mir, mit der sie nicht klarkommt, oder meine Geschichte entpuppt sich als emotionale Nagelprobe für die Frauen – was erstaunlich oft der Fall war. Sinnigerweise war meine verstorbene Partnerin dann ein größeres Problem als der eigene Expartner, der noch sehnsüchtig an der Haustüre klingelt, oder an dem man „irgendwie doch noch hängt“. Was scheidet bitte endgültiger als der Tod? Manchmal war halt einseitig oder beiderseitig etwas nicht stimmig, und das ist auch vollkommen okay. Manchmal stimmte die Chemie auch einfach so gar nicht, so ist halt das Leben… alles ist Versuch und Experiment, um herauszufinden was gerade geht, und was nicht. Manchmal steckten die Frauen auch so unglaublich tief in ihrer eigenen unverarbeiteten Vergangenheit, das sie einfach dicht waren, oder sie waren gerade auch in einer Orientierungsphase. Das war auch alles okay, das Leben hinterlässt halt seine Spuren, und Lernaufgaben. Es war, und ist für mich spannend und wichtig all diese Menschen und deren Geschichten kennen zu lernen, weil es einfach schön ist wenn Menschen sich öffnen und Vertrauen schenken, und ich darf dabei auch immer etwas über mich lernen. Mein Fazit aus diesen ganzen Erfahrungen: Einfach und leicht – so wie es sein sollte – ist das scheinbar alles nicht. Womit wir beim „Gewicht“ wären…

Die gefühlte Schwere – ein besseres Wort dafür ist, wie ich finde Tiefe – ist bei mir ja tatsächlich vorhanden. Viel wichtiger als das reine Vorhandensein, finde ich aber den eigenen Umgang damit. Für mich ist diese Tiefe und Schwere ein wertvoller Schatz. Für Probleme die andere Leute damit haben kann ich nix ;-) Es ist halt auch so, das der eine schon die Nordsee bei Ebbe als bodenlose Tiefe wahrnimmt, die für mich eher flach daherkommt. Jeder Mensch hat da seinen eigenen individuellen Maßstab, und daran gibt es nix zu bewerten oder kritisieren… Das Gegenteil von Schwere ist ja Leichtigkeit und Oberflächlichkeit im positiven Sinne. Ne gewisse Oberflächlichkeit von Zeit zu Zeit erleichtert einem das Leben sehr. Das waren Dinge die ich verloren hatte, und die ich üben dürfte und immer noch üben darf…

Dieses Online-Dating ist an sich eine prima Sache, denn es hat mir ermöglicht schon frühzeitig nach der Beerdigung unterwegs zu sein, Menschen zu treffen mich auszutauschen, und – was für mich ganz wichtig war – auch ausserhalb von Betroffenenzirkeln und Psychologenstunden. Darüber hinaus lernt man neue Orte, und die Cafés der Umgebung kennen, und bekommt ein Gefühl dafür wo man selber steht – auf der anderen Seite herrscht auf diesen Plattformen eine auf Dauer ermüdende, oberflächlich daherkommende „first klick next“ Mentalität, aber auch das ist eine andere Geschichte. Den Aspekt der Beziehung habe ich anfangs natürlich ausgeklammert. Das war nicht vorstellbar, aber dennoch ein Kompass…

Wann immer ich das Gefühl hatte es könnte passen, war ich offen für ein langsames und entspanntes kennen lernen – egal was daraus wird. Aber die Erwartungshaltung auf der anderen Seite war dann eher: Es muss knallen! Und es muss schnell gehen. Muss es das wirklich?

Dann gibt es da immer noch den Punkt mit der Seelenverwandschaft. Viele Menschen finden ihren Seelenpartner nie, oder glauben das, wenn sie ihn einmal verloren haben niemals eine solche Seele wieder finden, und alles was darunter liegt wirkt einfach schal dagegen, so das diese Menschen irgendwann resignieren, oder erstarrt rumsitzen und auf ein Wunder warten. Ich hatte dieses Gefühl anfänglich auch, aber Aufgeben ist nicht mein Ding, und ich füge mich nur ungern in ein Schicksal, denn ich bin sicher das man es gestalten und verändern kann. Klar bin ich dankbar für das was ich erlebt habe bzw. erleben durfte, aber sollte das begegnungsmäßig wirklich das Ende der Fahnenstange sein? Ich kann mir das nicht vorstellen. Es ist natürlich möglich das es so etwas wie eine Seelenverwandtschaft nicht mehr gibt oder wir uns nicht finden, aber das erwarte ich ja auch gar nicht. Eine große Seelennähe kann sich immer entwickeln. Es gibt Menschen die mir auf dieser Ebene total nah sind, auch wenn wir „nur“ befreundet, oder bekannt sind. Ich sehe das auch weniger als Wunder wenn es wieder passiert, sondern eher als ein gegenseitiges aufeinander einlassen ohne Vorbehalte. Dann ist alles möglich. Außerdem bin ich mir mittlerweile sicher das zwischen allen Menschen eine Seelenverwandschaft existiert, denn wir sind alle miteinander verbunden.

Mir hat allen ernstes mal eine Frau in meinem Alter gesagt, das ich peinlich wäre, weil ich mich nicht altersgerecht benehme. Ich habs als Lob genommen. Vor 5 Jahren hat mir das Leben den Stempel Witwer dran gepappt, und alle die mich kennen haben gesagt das ich flott wieder unter der Haube sein werde. Mir ist damals gar nicht aufgefallen, das diese Aussage aus dem Munde der Familie irgendwie impliziert das ich allein nicht lebensfähig wäre, und das irgendjemand meinen Engel schnell „ersetzen“ könnte und müsste, damit ich wieder in die bekannten, gewohnten, geregelten Bahnen gelenkt werde. Überhaupt scheint gerade bei Verwitweten oftmals ein Druck dahinter zu sein, und die Erwartung der Gesellschaft schnell wieder „normal“, und „glücklich“ werden zu müssen… das ist ein Thema für sich. Ich habs mir damals jedenfalls nicht vorstellen können, aber es hat mir dennoch Mut gemacht, denn die Einsamkeit und die Sehnsucht nach dem was ich verloren hatte war anfangs unglaublich und unerträglich groß. Meine Zuversicht stieg vor allem wenn dann noch andere befreundete Verwitwete tatsächlich schon nach kürzester Zeit wieder unter der Haube waren – selbst diejenigen, die sich selbst für schwer bis gar nicht vermittelbar hielten. Es kann also nicht so schwer sein… Aber all das ist bei mir bis heute nicht ansatzweise eingetreten. Dabei bin ich weder verstockt, noch kompliziert, weder grob „problembehaftet“, oder ein Beziehungsflüchtling. Ich komm auch alleine prima zurecht, und mach mein Glück nicht davon abhängig ob ich in ner Beziehung stecke oder nicht. Aber die Sehnsucht ist natürlich dennoch von Zeit zu Zeit da… in der Zwischenzeit gingen in meinem Freundes und Bekanntenkreis Beziehungen und Ehen auseinander, und neue fanden sich. Es wurde und wird geheiratet was das Zeug hält. Aber ich bin davon auf eine merkwürdige Art ausgenommen.

Und dann kam ja auch irgendwann im zweiten Jahr die Erkenntnis, das ich immerhin 25 Jahre in einer recht glücklichen Beziehung mit meiner Seelenverwandten leben dürfte. Das ist wohl mehr, als sich andere Menschen, die in der Zeit von Kurzzeitbeziehung zu Kurzzeitbeziehung gehoppelt sind oder Single waren, je erträumen. Das hat mir damals ab dem Zeitpunkt der Erkenntnis eine große Gelassenheit gegeben, vielleicht eine zu große.

Während es also bei allen recht einfach und leicht daher kam, schien es bei mir dennoch irgendwie alles total kompliziert zu sein und zu bleiben. Selbst wenn es sich für mich mal schön anfühlte, das ich meine da könnte sich was entwickeln, türmte sich letztlich irgend ein unüberwindliches Problem auf der anderen Seite auf, das die Blase platzen ließ. Keine Ahnung ob sie die Ursachen bei mir sahen, oder ob ich nur als Projektionsfläche herhalten durfte. Alles hat seinen Sinn gehabt. Manchmal hab ja ich auch die Reisleine gezogen, weil irgendwas nicht stimmig war.

Es ist ja meistens so, das einer meist tiefer drin steckt als der andere, weil es halt auch das Ego streichelt, wenn ein anderer Mensch einen mag. Und dann kommt halt der spannende Punkt, wie souverän man ist. Flüchtet man in diese Beziehung, aus Angst vor dem alleine sein, oder weil man unbedingt wieder in ne Beziehung rein will – auch wenn da vielleicht im Moment nicht so dolle Gefühle da sind? Geht man auf Augenhöhe hinein, weil einen der Mensch gegenüber auch begeistert? Probiert man einfach mal, und schaut ob sich die eigenen Gefühle doch vielleicht auch passig entwickeln? Oder blockt man ab, in der Hoffnung das bald die nächste Chance vor der Türe steht? Ist manchmal verdammt schwierig „das Richtige“ zu machen, und es bleibt immer ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

Und daraus ergibt sich häufig die Sache mit den Verletzungen. Wenn man mal verletzt worden ist, wird man automatisch in der Zukunft vorsichtiger. Es geht mir aber weniger darum das ich Angst habe verletzt zu werden, sondern darum das ich den anderen verletzen könnte. Das war auch ein wichtiger Punkt, der die Distanz vergrößert hat. Die Vorsicht legt sich meiner Erfahrung nach mit der Zeit wieder etwas.

Irgendwann hab ich immer größere Pausen eingelegt beim aktiven suchen, und bin einfach nur noch aufmerksam durch die Welt gezogen. Aber es passierte dennoch nix. Mittlerweile hab ich es komplett dran gegeben. Ich bin ja auch als Single glücklich, und auch hier kommt mit der Zeit die Distanz.

Und so…

Es ist tatsächlich so, das mir „seit dem“ die Freiheit (der Freiraum) und die Freunde lieber sind als eine Bindung nach „altem Muster“. Ich hab das in den letzten Monaten stark gemerkt. Ich brauch den Freiraum wie die Luft zum Atmen. …irgendwie empfinde ich das alleine sein nicht als „störend“, und habe auch keine Angst davor – und all das scheine ich auch auszustrahlen, wie mir vor kurzem eine Freundin gespiegelt hat.

Es fehlt mir nichts, und in meinem Kopf summen 100000 Ideen herum, die ich umsetzen will. Ich hab gerade wieder mit Musik angefangen und komponiere autodidaktisch drauf los weil es mir einfach Freude macht, ich versuche zu malen, ich schreibe immer noch, ich fotografiere „immer professioneller“, ich hab jetzt angefangen Tauchen zu lernen, ich hab immer noch die Kampfkunstschule… meine Kinder hab ich auch noch, meinen Teilzeit-Job, tolle neue Freunde, unglaublich viele neue Bekannte, die Familie und so weiter… ich hab einfach Bock auf gestalten, mich auszuprobieren, zu entdecken, verändern und zum spielen :-) das genieße ich gerade sehr. Ich treffe auf meiner Reise durch das Leben auf sooo unglaublich viele tolle Menschen, das möchte ich nicht aufgeben. Klar, die Sehnsucht nach Partnerschaft kommt auch von Zeit zu Zeit – genau so wie die Sehnsucht nach „geregeltem Leben“ und Routine, aber sie geht auch wieder. Ich sehe Sehnsüchte auch als kreativen Anschub. Sie alle zu erfüllen ist nicht unbedingt das Ziel, das hab ich irgendwann hier schon mal geschrieben und diese Sichtweise hat sich bis hierhin nicht groß geändert.

Das klingt jetzt vielleicht alles nach Workaholic, oder „der hat bestimmt was auf oder nach zu holen“…aber neeee… das ist einfach nur Spaß am Leben, ein wenig „nutze den Tag“, und ne Prise „Entdecke die Möglichkeiten“. Spätestens jetzt kommt jedoch das Argument das ich doch sowieso keine Zeit für eine Beziehung hätte, und das ist auch nicht von der Hand zu weisen. Mein Leben ist echt ne kunterbunte und prall gefüllte Wundertüte. Dieses treffende Argument versuche ich immer zu entkräften indem ich entgegne das dieser Raum automatisch entstehen wird wenn es soweit ist. Die Dinge werden sich ohne Anstrengung und selbstverständlich fügen, das weiß ich einfach :-)

Alles was ich mache, ist dabei nicht Selbstzweck. Ich bin dabei die Dinge zu verbinden. Ich unterstütze fremde Menschen, Freunde, Bekannte, Familie mit meinen Fähigkeiten. Ich bin dabei die Dinge die dich – und die Erinnerung an Dich betreffen voran zu bringen: Das Tagebuch, den Gedichtband, die Filme, die Grabskulptur… und ich bin immer wieder dabei Neuland zu betreten, auch wenn ich nicht weiß was draus wird… manches bleibt auch einfach schön sinnbefreit :-)

Aber ich ziehe auch konsequent Grenzen – zwei Burnouts waren mir eine Warnung, auch wenn das manchen Menschen nicht gefällt, oder wenn sie es nicht verstehen oder nur schlecht nachvollziehen können. Mein Leben ist auch recht fragil von Zeit zu Zeit.

Ich lass gerade wohl niemanden mehr „beziehungstechnisch“ wirklich an mich ran, wenn ich merke das es in Richtung „altes Muster“ läuft. Ich kann im Moment aber auch nicht genau sagen wie eine zukünftige Beziehung bei mir aussehen würde, ich weiß nur das es ganz anders sein wird… viel Freiraum, viel entspannte Geduld, positiv, leicht, luftig, und jemanden der auch abenteuerlustig und neugierig auf das Leben ist, das sind ein paar gefühlte Eckpunkte… viele Menschen „in meinem Alter“ die ich kenne und kennen lerne – auch jüngere – erscheinen mir so schrecklich eingefahren und gesettelt… wie Sklaven ihrer Gewohnheiten… vollständig und funktional ins System integriert. Das ist ja perse nix schlechtes, nur halt nix mehr für mich. Ich spüre das immer mehr.

Klar, ohne Liebe geht es nicht. Aber Selbstliebe, die Liebe meiner Kinder, der Familie, die Liebe meiner Freunde… das ist doch auch was :-) Doof nur, könnte jetzt der aufmerksame Leser mit leichter Ironie anmerken, das ausgerechnet diese doch schönste Zeit des Lebens, in der man noch knackig aber kein junger Grünschnabel mehr ist, und auch noch nicht wirklich als alter Sack gilt, so mit Firlefanz „verplempert“ – den man auch als rüstiger Senior noch gut machen könnte, wenn sonst mit Frauen nix mehr läuft – statt jetzt mit Mädels rum zu machen :-D …aber so ist das halt.

Fazit

Da das Leben im allgemeinen höchst dynamisch, und immer für Überraschungen gut ist, hoffe ich das ich den Moment nicht verpenne wenn dann „dieser eine Mensch“ vor meiner Nase steht und ich ihn erkenne… und er mich auch.

Soweit meine Bilanz, die ja immer nur ein Resümee, eine Reflexion und Standortbestimmung für den Augenblick ist. Das war glaube ich mit 3074 Zeichen mein längster Jahrestag-Artikel aller Zeiten, und das zeigt mir das diese eigentlich „einfachste Sache der Welt“ ganz schön vielschichtig und komplex daher kommen kann, und ich frage mich auch noch ob diesen Artikel überhaupt jemand bis zu diesem Satz lesen wird :-) …und ich stelle fest das es nun nächstes Jahr absolut sicher nix mehr zu schreiben gibt… Mir fällt jedenfalls grad nix mehr ein aber alles ist cool, also sag ich mal frei nach Olaf Schubert: „Jetzt wisst ihr Bescheid. Macht was draus!“

Ich wünsch euch eine tolle Zeit – stay tuned – Carsten

Ps. Das hätte ich fast vergessen: Ein Gedicht gibt es auch wieder. Das erste mal in Englisch, und mehr als Songtext ausgelegt: „The Silence“ – aus meinem Gedichtband Gezeitenströme.

PPs. Während der Entstehung dieses Artikels bin ich von Ute Naumann (WDR), für die Sendung Lebenszeichen interviewt worden. Mittlerweile – kurz nach dem Jahrestag, nämlich am 02.09.2012 – ist die Sendung veröffentlicht worden, und es hat mich gedrängt den folgenden Artikel zu verfassen. Es ist eine kleine Rezension geworden mit Ergänzungen und Gedanken zum Thema.

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Autor: Carsten Nichte

Hi. Ich bin Softwareentwickler, Kampfkunstlehrer, Fotograf, manchmal Autor und Betreiber dieses Blog. Hier dreht sich alles um Fotografie, Schreiben, die Kampfkunst WingTsun und den Rest meines Lebens. Ich wünsche dir viel Spaß, und auch besinnliche Momente auf meiner Webseite, und freue mich über jede Rückmeldung.

1 Kommentar

  1. Petra Staats

    27/08/2012 @ 21:57

    Hallo, bin grad per Zufall auf dieser Seite gelandet… Mein 5. Jahrestag ist am 12.12.2012 – oft muss ich daran denken. Seit diesem Jahr merke ich, die Zeit lehrt mich mit dem Unglaublichen besser umzugehen. Ich lebe bewußter und tue das, was mir gut tut! Es gibt einen Weg in diesem, meinem zweiten Leben und ich werde ihn finden. Genau wie diese Seite… ich habe Vertrauen. Eine gute Zeit… Petra

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