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Ist es an der Zeit loszulassen?

Du lebst dei­ne Trau­er auch heu­te, nach über zwei Jah­ren, noch sehr inten­siv. Ist es nicht Zeit los­zu­las­sen… oder los­las­sen zu üben, bevor Depres­sio­nen dein stän­di­ger Beglei­ter wer­den?

Es ist nicht so wie es scheint. Los­las­sen, bzw. „los­las­sen üben“ brau­che ich nicht, das habe ich schon lan­ge hin­ter mir gelas­sen. Alles was ich heu­te noch mache hat viel mehr mit Erin­nern zu tun. Das pas­siert aber nicht per­ma­nent — wie es oft scheint, son­dern nur zu ganz bestimm­ten Zei­ten. Ich fin­de, sie hat es ver­dient das an sie erin­nert wird, und ich gebe ihr die­sen Raum.

Depres­sio­nen habe ich nicht, trau­ri­ge Momen­te hin­ge­gen schon. Die las­se ich mir aber auch nicht neh­men, denn sie gehö­ren zum leben. An „Trau­er­stan­dards“ hal­te ich mich auch nicht, und Trau­er ist für mich auch kei­ne Krank­heit, und auch kei­ne Depres­si­on… lei­der ist das eine weit ver­brei­te­te Mei­nung, und es wird ein­fach zu wenig Zeit dafür ein­ge­räumt, bzw. ruck zuck medi­ka­men­tös behan­delt. Funk­tio­nie­ren hat in unse­rer Gesell­schaft obers­te Prio­ri­tät.

Ich fol­ge mei­nem leben­di­gen Gefühl… Und mein Leben hat es ganz schön in sich, ist alles ande­re als „nor­mal“, rou­ti­ne und lang­wei­lig. Neue tol­le Bezie­hungs­er­fah­run­gen habe ich auch schon ein paar sam­meln dür­fen

Ich blei­be gespannt auf das Leben

Auch das ist eine oft gestell­te Fra­ge.

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Wie viel Recht auf Diskretion hat man als Verstorbener?

Immer wie­der flammt auch die Dis­kus­si­on auf, wie viel Recht auf Dis­kre­ti­on man in Bezug auf das eige­ne Ster­ben, den eige­nen Tod, und die Zeit danach hat. Ob mein Engel wohl mit der Ver­öf­fent­li­chung ein­ver­stan­den war? Ist eine Ver­öf­fent­li­chung, egal wel­cher Art, ohne Ein­ver­ständ­nis der ver­stor­be­nen Per­son unfair?

Ich weiß nicht, ob sie damit ein­ver­stan­den gewe­sen wäre. Wir haben nie dar­über gere­det. Aber das ist auch gar nicht der Punkt. Es ging damals, nach ihrem Tod, im wesent­li­chen um mein Über­le­ben, und das kannst du wört­lich neh­men. Es hat mir gehol­fen los­zu­las­sen, und mei­nen Weg zurück ins Leben zu fin­den. Des­we­gen habe ich geschrie­ben und ver­öf­fent­licht. Das Doku­ment gibt es in einer wesent­lich umfang­rei­che­ren pri­va­ten Ver­si­on, und es ist natür­lich auch für mei­ne Kin­der. Sie haben es gele­sen, aber sie wer­den es in ein paar Jah­ren sicher­lich noch ein­mal mit ande­ren Augen lesen.
Wei­ter­le­sen →

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Über Grenzen der Intimität…

Es gibt Gren­zen der Inti­mi­tät. Ich habe alles von Dir gele­sen, jedes Foto gese­hen!

Da gebe ich dir recht, aber wo ver­läuft die­se Gren­ze? Ich den­ke, das ent­schei­det jeder Mensch für sich selbst. Obwohl du alles gele­sen, und gese­hen hast, weißt du nichts von mir.

Das Buch ist auch eine Bio­gra­phie, ein Geschichts­buch über ver­gan­ge­ne Zei­ten. Heu­te ist mein Leben total anders, ich habe mich ver­än­dert, mei­ne Lebens­zie­le sind ande­re. Ihr Tod hat mein Leben in zwei Hälf­ten geteilt, und nicht nur das. Ich selbst bin auch gestor­ben, mehr­fach sogar. Das kann nur jemand wirk­lich ver­ste­hen, der in mei­nen Schu­hen gelau­fen ist, und unser Leben gelebt hat.

Vor ihrem Tod wäre ich auch nicht auf die Idee gekom­men zu schrei­ben, und zu ver­öf­fent­li­chen. Aber es gibt Momen­te im Leben, da ändert sich alles, auf eine Wei­se die man sich nicht vor­stel­len kann, und auf die man sich nicht vor­be­rei­ten kann.

Ich habe ihr nie­mals etwas ver­spro­chen… ihr größ­ter Wunsch war, das ich wie­der glück­lich wer­de, und sie nie­mals ver­ges­se…

Auch die­sen klei­nen Dia­log habe ich in einem Forum geführt. Die Ant­wort habe ich für das Web­log ein wenig erwei­tert.
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Wäre es nicht besser gewesen unsere Kinder…

Wäre es nicht bes­ser gewe­sen unse­re Kin­der vor der Wahr­heit so weit wie mög­lich zu schüt­zen, und ihnen Nor­ma­li­tät vor zu gau­keln? 

Unse­re Kin­der waren von Anfang an mit ein­be­zo­gen, und wuss­ten alles. Sie durf­ten Fra­gen, und haben ehr­li­che Ant­wor­ten bekom­men. Sie haben gelernt mit dem The­ma Tod und Krank­heit umzu­ge­hen. Kin­der gehen eh auf eine ganz eige­ne für uns Erwach­se­ne oft­mals irri­tie­ren­de Art und Wei­se mit dem The­ma um. Jeden­falls waren unse­re Kin­der wohl ganz gut vor­be­rei­tet, und haben erst­mal kei­ner­lei psychio­lo­gi­sche Betreu­ung benö­tigt. Jeder ent­schei­det sich doch für einen Weg. Wir haben uns dazu ent­schie­den nicht zu kämp­fen, und Fas­sa­den auf­zu­stel­len, son­dern die Krank­heit anzu­neh­men. Sie soll­te nicht unse­re Zeit bestim­men… jeden­falls nicht mehr als sowie­so nötig war. Es war eine inten­si­ve, trau­rig schö­ne Zeit.

Die­sen inter­es­san­te Fra­ge habe ich in einem Forum beant­wor­tet. Die Ant­wort habe ich für das Web­log ein wenig auf­be­rei­tet.

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Am kom­men­den Don­ners­tag, den 11. Febru­ar (Wei­ber­fast­nacht) fin­det kein Trai­nig statt. Wir wer­den die Kar­ne­vals­zeit nut­zen, um noch ein wenig zu reno­vie­ren. Kar­ne­vals­dien­tag, den 16. Febru­ar fin­det Unter­richt statt.